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Überall, wo bei der Arbeit der Kopf gefährdet ist durch Anstoßen oder herabfallende, pendelnde, umfallende oder weggeschleuderte Gegenstände, müssen Schutzhelme nach EN 397 getragen werden und zwar immer und unabhängig von Beruf oder Tätigkeit.
Die aus dieser Richtlinie erstellten Normen regeln die technischen Details und werden in der BGR 193 Benutzung von Kopfschutz (bisher ZH1/704) ausführlich beschrieben.
Begriffsbestimmungen nach ZH1/704 und EN 397
Industrieschutzhelme sind Kopfbedeckungen aus widerstandsfähigem Material, die den Kopf hauptsächlich vor herabfallenden Gegenständen schützen sollen.
Helmschale ist der äußere Teil des Helmes aus hartem Werkstoff, der einwirkende Kräfte aufnimmt und die Innenausstattung beinhaltet. Die Helmschale kann unterschiedlich geformt sein, z.B. mit: • breitem umlaufenden Rand • mit Regenrinne • mit Schirm • mit heruntergezogenem Nackenteil
Innenausstattung ist der innere Teil des Schutzhelmes, der die auf die Helmschale einwirkenden Kräfte verteilt und zugleich dämpft. Sie besteht aus einem korbähnlichen Gebilde, das aus Tragebändern, einem längenverstellbaren Kopfband und Nackenband zusammengefügt ist.
Schutzhelm-Zubehör sind Teile, die für besondere Einsätze an der Helmschale und auch an der Innenausstattung nachträglich angebracht werden können, z.B.: • Kinnriemen • Leuchtenhalter • Nackenschutz • Schutzschirme
Schutzschirme, -brillen, Gehörschützer und andere Schutzmittel, die auch unabhängig vom Helm getragen werden können, sind eigenständige PSA und gelten nicht als Helmzubehör.
Kennzeichnung
Nach der EN 397 sind lndustrieschutzhelme gekennzeichnet durch eingeprägte oder eingegossene Informationen über: • die angewandte Norm (EN 397) • Name oder Zeichen des Herstellers • Jahr und Quartal der Herstellung • Helmtyp (Bezeichnung des Herstellers) auf der Helmschale und der Innenausstattung • Größe oder Größenbereich (Kopfumfang in cm) auf der Helmschale und der Innenausstattung • CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung besteht aus dem Kurzzeichen CE und den beiden letzten Zahlen der Jahreszahl, in dem das Zeichen angebracht wurde, z.B. CE 96, sowie der Kennnummer der benannten Prüfstelle.
lndustrieschutzhelme mit zusätzlichen Eigenschaften sind zusätzlich wie folgt zu kennzeichnen: • –20 °C Schutz bei niedrigen Temperaturen –30 °C Schutz bei niedrigen Temperaturen • +150 °C Schutz bei hohen Temperaturen • 440 Vac elektrische Isolierung (440 V Wechselstrom) • LD Gestaltfestigkeit bei seitlicher Beanspruchung • MM Schutz gegen Spritzer von geschmolzenem Metall
Bewertung
Vor der Auswahl von lndustrieschutzhelmen hat der Unternehmer eine Bewertung vorzunehmen, um festzustellen, ob sie: • Schutz gegenüber den abzuwehrenden Gefahren bieten, ohne selbst eine größere Gefahr mit sich zu bringen • für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet sind • den ergonomischen Anforderungen und gesundheitlichen Erfordernissen genügen • dem Träger angepasst werden können
Alle Industrieschutzhelme müssen die Grundanforderungen an folgende Schutzfunktionen erfüllen: • Stoßdämpfung • Durchdringungsfestigkeit • Beständigkeit gegen Flammen • Gewährleistung des Sitzes (Kinnriemenbefestigung)
Tragekomfort
Besondere Bedeutung hat der Tragekomfort von lndustrieschutzhelmen. Deshalb sollten die Tragekörper aus Textilbändern hergestellt und ein Schweißband aus Leder vorhanden sein. Das Material passt sich der Kopfform des Trägers optimal an und ist in Bezug auf Schwitzen und Reizung angenehmer. Dem weiteren Tragekomfort dienen ein Innenpolster, das zwischen Kopfband und Helmschale eingelegt ist sowie ein Schweißband aus Leder, welches das Kopfband umschließt und Schweiß aufsaugen soll.
Einsatz
Industrieschutzhelme dienen der Aufnahme der Aufprallenergie bei teilweiser Zerstörung oder Beschädigung der Helmschale und der Innenausstattung. Daher sollte jeder Industrieschutzhelm, der einem schweren Aufprall ausgesetzt war, ersetzt werden, auch wenn eine Beschädigung nicht direkt erkennbar ist. Werden sichtbare Mängel sicherheitstechnischer Art festgestellt, dürfen Industrieschutzhelme nicht mehr weiter benutzt werden. Sie sind der weiteren Benutzung zu entziehen.
Benutzungsdauer
Die Haltbarkeit der Helme, insbesondere der Helmschalen, hängt von mehreren Einflussfaktoren ab: Helmschalen aus Duroplasten unterliegen keiner altersbedingten Beeinträchtigung ihrer Schutzfunktion, sie müssen deshalb nur bei mechanischer Beschädigung ausgesondert werden.
Helmschalen aus Thermoplasten können einer altersbedingten Minderung ihrer Schutzfunktion unterliegen. Sowohl Qualität wie auch der Einsatzbereich nehmen Einfluss auf die Tragedauer, z.B.: • verwendeter Kunststoff und zugegebene Stabilisatoren • Verarbeitung mit Druck, Temperatur und Spritzgeschwindigkeit • Witterungseinflüsse • UV-Bestrahlung • Luftverunreinigung • Farbe des Helmes
Pflege / Reinigung
Industrieschutzhelme sind in regelmäßigen Abständen nach den Angaben des Herstellers zu reinigen. Dabei sind die Angaben des Herstellers über die Reinigungsmethode und die Reinigungsmittel zu beachten. Die lnnenausstattung kann z.B. bei Verschmutzung mit lauwarmen Seifenwasser abgewaschen oder in einer Waschmaschine gewaschen werden.
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